Sammlung SEE

, ongoing

Die Werkkomplexes "Sammlung SEE" besteht aus fotografischen Einzelbildern und fotografischen Bildserien, die sich auf verschiedene Weise mit dem Meer als Projektionsfläche auseinandersetzen. Dazu im Verhältnis stehen die künstlerischen Konstruktionsmethoden des Mediums Fotografie. Die Sammlung ist die Grundlage für verschiedenen Formen der künstlerischen Publikation.

 

Apeiron, das griechische Wort für Unendlichkeit bedeutet gleichzeitig Grenzenlosigkeit. Eine meiner kompliziertesten Gedankenübungen als Kind war, mir Unendlichkeit vorzustellen. Ich habe dabei immer an den Weltraum gedacht. Ich habe mich aus der Vogelperspektive von unserem Haus entfernt, immer weiter nach oben zu den Sternen und ins Schwarze hinein. Aber ich konnte mir kein Bild davon machen, dass der Weltraum kein Ende haben soll. Ich wusste ja nicht, wie das aussehen sollte. Aber ich brauchte scheinbar dieses Bild, sonst hätte ich nicht immer wieder versucht es mir vorzustellen. Ich versuchte mir ein grenzenloses Schwarz zu denken. Ich versuchte mir vorzustellen, es gäbe eine Grenze und dann käme nichts. Das Nichts war für mich unvorstellbar. Die Leere war für mich unvorstellbar. Ich wollte ein Bild, aber ich gelangte zu keinem für mich logischen und vorstellbaren Ergebnis. Manchmal habe ich auch versucht, mir vorzustellen, dass nach dem Ende unseres Weltraumes Gott wohnt, in so etwas wie einem Garten. Aber Gott konnte ich mir nur als Person vorstellen und den Garten nicht ohne Gartenzaun und schon gar nicht grenzenlos. Auch Gottes Welt war für mich endlich, das Paradies hatte Bäume, einen Himmel, einen Weltraum und danach wieder Schwarz. Meine kompliziertesten Gedankenübungen blieben unbefriedigend. Der Weltraum blieb unendlich und endlich zugleich, weil meine Vorstellungskraft mir beim Thema Unendlichkeit ein Ende setzte. Mittlerweile habe ich meine Gedankenübungen fast aufgegeben beziehungsweise verfolgen sie mich nicht mehr so wie damals als ich ein Kind war. Aber ich gucke noch sehr gerne bei Nacht die Sterne an. Mich fasziniert auch der Gedanke, dass ich in die Zeit zurückblicken kann. Weil das Licht so lange braucht, um zur Erde zu gelangen, sehe ich das Licht von Sternen, die schon lange erloschen sind.
Ebenso gern schaue ich auf das Meer. Das Wasser ergreift mich wegen seiner unglaublichen Ausdehnung. Wenn ich am Wasser bin, bin ich glücklich. Ich finde es faszinierend, das Immer-wieder-kehren der Wellen zu beobachten. Immer andere Wellen. Immer wieder das gleiche Wasser.
Es wird behauptet, dass die Mathematik das einzige sei, was wirklich unendlich ist. Selbst der Weltraum ist nicht unendlich und schon gar nicht das Meer. Unendlichkeit ist nicht vorstellbar. Sich aber das Meer als unendlich vorzustellen, ist relativ leicht. Man steht am Strand und das Meer vor einem scheint grenzenlos.

The body of work “Collection SEE” consists of photographic images and series of photographic images that deal in different ways with the sea as a projection surface. The artistic construction methods of the medium of photography are related to this. The collection is the basis for various forms of artistic publication.

 

Apeiron, the Greek word for infinity, means at the same time limitlessness. One of my most complicated thought exercises as a child was to imagine infinity. I’ve always thought about space. I have moved away from our house from a bird’s eye view, up to the stars and into the black. But I couldn’t imagine that space should have no end. I didn’t know what it was supposed to look like. But apparently I needed this picture, otherwise I wouldn’t have tried to imagine it again and again. I tried to think of a limitless black. I tried to imagine that there was a limit and then nothing would come. Nothingness was unimaginable to me. The emptiness was unimaginable to me. I wanted a picture, but I didn’t get a logical and imaginable result. Sometimes I also tried to imagine that after the end of our space, God dwells in something like a garden. But I could only imagine God as a person and the garden not without a garden fence and certainly not without borders. God’s world was also finite for me, paradise had trees, a sky, a space and then black again. My most complicated thought exercises remained unsatisfactory. Space remained infinite and finite at the same time, because my imagination put an end to me on the subject of infinity. In the meantime, I have almost given up my thought exercises or they don’t follow me like they did when I was a child.
But I still like to look at the stars at night. I’m also fascinated by the idea of being able to look back in time. Because it takes so long for the light to reach Earth, I see the light of stars that have long since been extinguished.

I also like to look at the sea. The water grabs me because of its incredible expanse. When I’m on the water, I’m happy. I find it fascinating to watch the waves always come back. Always different waves. The same water over and over again. It is claimed that mathematics is the only thing that is really infinite. Even space is not infinite, let alone the sea. Infinity is inconceivable. But to imagine the sea as infinite is relatively easy. You’re standing on the beach and the sea in front of you seems boundless.